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Beitrag · Für Eltern & Angehörige

FNS bei Kindern und Jugendlichen: Was Eltern wissen sollten

Wenn ein Kind plötzlich nicht mehr laufen kann, Anfälle bekommt oder ein Bein den Dienst verweigert – und alle Untersuchungen unauffällig sind –, stehen Familien oft ratlos da. Dieser Beitrag erklärt, was hinter Funktionellen Neurologischen Störungen bei jungen Menschen steckt: verständlich, ehrlich und mit einer wichtigen Botschaft vorweg – die Aussichten sind gut.

Lesedauer ca. 14 Minuten · Wissenschaftlich belegt, mit Quellenverzeichnis und Einrichtungsliste

Für Eltern ist es einer der beängstigendsten Momente überhaupt: Das eigene Kind zeigt Symptome, die nach einer schweren neurologischen Erkrankung aussehen – Lähmungen, Anfälle, Gangstörungen, Sehstörungen. Dann die Entwarnung, die keine ist: „Wir finden nichts." Was viele Familien in diesem Moment nicht wissen: Es gibt einen Namen für das, was da passiert, es ist gut erforscht, es ist nicht eingebildet – und es ist gerade bei Kindern und Jugendlichen gut behandelbar. Die Rede ist von Funktionellen Neurologischen Störungen (FNS).

Wichtig vorab: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Neu aufgetretene neurologische Symptome bei einem Kind gehören immer zuerst in ärztliche Abklärung – kinderärztlich, neuropädiatrisch oder in der Notaufnahme.

Häufiger als gedacht

Lange galt FNS im Kindesalter als Rarität. Neuere Zahlen zeichnen ein anderes Bild: Eine aktuelle schottische Studie fand eine Neuerkrankungsrate von 18,3 pro 100.000 Kindern und Jugendlichen pro Jahr – deutlich höher als in älteren Untersuchungen.1 Damit gehört FNS zu den häufigen Diagnosen in der Kinderneurologie; in kinderneurologischen Ambulanzen machen funktionelle Störungen etwa 2 bis 4 Prozent der Überweisungen aus.2

Das typische Bild: Die Erkrankung beginnt meist in der Adoleszenz – das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 13 Jahren, unter 10 Jahren ist FNS deutlich seltener. Mädchen sind etwa zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Jungen.1,2,3 Bei den Symptomen stehen bei Kindern funktionelle Bewegungs- und Empfindungsstörungen vorn (je rund 41 Prozent in der schottischen Studie), gefolgt von Kopfschmerzen und Schmerzen; auch funktionelle Schwäche und dissoziative (nicht-epileptische) Anfälle sind häufig.1,3 Für dissoziative Anfälle allein wurde bei 5- bis 17-Jährigen eine Neuerkrankungsrate von 7,4 pro 100.000 ermittelt – wichtig zu wissen: rund 14 Prozent dieser Kinder haben zusätzlich epileptische Anfälle, beides kann also gleichzeitig bestehen.4

Grafik: FNS bei Kindern und Jugendlichen in Zahlen – 18,3 Neuerkrankungen pro 100.000 pro Jahr, typischer Beginn mit etwa 13 Jahren, rund 70 Prozent Mädchen, bis zu 95 Prozent Besserung bei früher multidisziplinärer Behandlung
FNS bei Kindern und Jugendlichen in Zahlen. Quellen: Yong et al. 2023; Kozlowska et al. 2023 (Details im Quellenverzeichnis).

Warum gerade mein Kind? Über Auslöser – und über Schuld

Zur Schuldfrage: Das Kind trägt keine Schuld. Es sucht sich seine Symptome nicht aus und erzeugt sie nicht willentlich. Wie eine FNS entsteht, ist nach heutigem Verständnis multifaktoriell – Veranlagung, körperliche Auslöser und Belastungen wirken zusammen.

Wo ein Kind allerdings Gewalt oder Vernachlässigung erlebt hat, liegt die Verantwortung dafür bei denjenigen, die sie verursacht haben – niemals beim Kind. Eine FNS-Diagnose ändert daran nichts, und sie ist auch kein Grund, darüber zu schweigen. Beratungsstellen und Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen können hier vertraulich weiterhelfen.

Eine Metaanalyse aus 34 Fall-Kontroll-Studien mit 1.405 Betroffenen – Erwachsenendaten – fand belastende Kindheitserfahrungen deutlich häufiger als bei Vergleichspersonen. Am stärksten erhöht war emotionale Vernachlässigung: 49 Prozent gegenüber 20 Prozent in der Vergleichsgruppe (Odds Ratio 5,6), gefolgt von körperlicher Gewalt (30 gegenüber 12 Prozent, OR 3,9) und sexualisierter Gewalt (24 gegenüber 10 Prozent, OR 3,3).13 Vernachlässigung geht meist von Bezugspersonen aus.

Die Zahlen sind Gruppenwerte, keine Aussage über den Einzelfall: Etwa die Hälfte der Betroffenen berichtet über keine solchen Erfahrungen, häufigeres Vorkommen belegt keine Ursache, und die Angaben beruhen auf rückblickenden Befragungen mit überwiegend mittlerer bis niedriger Studienqualität.13 Für die Behandlung heißt das: Belastungen werden erfragt, weil sie bei einem Teil der Kinder ein Ansatzpunkt sind – nicht, um Schuldige zu ermitteln.

Im Zentrum steht das Konzept der kumulativen Alltagsbelastungen: Nicht ein einzelnes dramatisches Ereignis, sondern die Summe ganz gewöhnlicher Stressoren, die die Bewältigungsmöglichkeiten eines Kindes übersteigen.5 Dazu zählen körperliche Belastungen (Infekte, Verletzungen, medizinische Eingriffe), Beziehungsstress (Konflikte in der Familie, psychische Erkrankung eines Elternteils, Probleme im Freundeskreis, Mobbing) und Schulstress – etwa der schwierige Übergang auf die weiterführende Schule, hohe Leistungserwartungen oder Leistungsdruck im Sport.5 In einer großen Studienkohorte berichteten über 80 Prozent der betroffenen Kinder von chronischen Sorgen um Schule, Freunde oder Familie.5

Ein Trauma ist keine Voraussetzung für die Diagnose – aber es ist auch nicht selten: In derselben Kohorte hatte etwa die Hälfte der Kinder belastende, sich aufdrängende Erinnerungen an traumatische Erlebnisse.5 Beides kommt also vor, und beides ist FNS. Für Familien heißt das: Es lohnt sich, offen hinzusehen – nicht um Schuldige zu finden, sondern weil genau dort für manche Kinder der Ansatzpunkt der Behandlung liegt. Und wenn sich nichts findet, ist die Erkrankung deshalb nicht weniger real. Auch scheinbar banale körperliche Ereignisse können als unspezifische Auslöser wirken – Infektionen, Stürze, Knochenbrüche, medizinische Eingriffe und in seltenen Fällen auch Impfungen. Wichtig zur Einordnung: Solche Ereignisse wirken als einer von vielen möglichen unspezifischen „Startpunkten" bei entsprechender Veranlagung, nicht als eigentliche Ursache.6

FNS beim Kind heißt nicht, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Und wenn doch etwas passiert ist, heißt es nie, dass das Kind daran schuld wäre.

Wie die Diagnose gestellt wird

FNS ist heute eine Positivdiagnose – sie wird nicht dadurch gestellt, dass „nichts gefunden" wurde, sondern anhand typischer klinischer Zeichen, die die Untersucherin aktiv prüft. Bei funktioneller Schwäche gehört dazu etwa das Hoover-Zeichen (die Kraft im „gelähmten" Bein kehrt zurück, wenn die Aufmerksamkeit auf das andere Bein gelenkt wird), bei funktionellem Zittern die Ablenkbarkeit und Rhythmusübernahme (Entrainment).2 Dissoziative Anfälle zeigen typische Merkmale wie unrhythmische, wechselnde Bewegungen, geschlossene Augen, lange Dauer und einen an- und abschwellenden Verlauf; im Zweifel bringt eine Video-EEG-Aufzeichnung Klarheit.4,7

Die Diagnose gehört in erfahrene Hände – in der Regel Neuropädiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychosomatik im Zusammenspiel. Zwei Besonderheiten machen sie anspruchsvoll: Erstens kann FNS mit anderen Erkrankungen gleichzeitig bestehen (siehe die 14 Prozent Doppeldiagnosen mit Epilepsie), zweitens wird sie in beide Richtungen verfehlt – mal wird eine Epilepsie übersehen, mal jahrelang eine behandelt, die keine ist.4,2 Ein Lichtblick im Vergleich zu Erwachsenen: Bei Jugendlichen dauert es bis zur richtigen Diagnose im Schnitt etwa 18 Monate – bei Erwachsenen sind es im Mittel über sieben Jahre.4 Je früher die Diagnose, desto besser die Aussichten.

Wie behandelt wird: das Team macht den Unterschied

Die Behandlung von FNS bei Kindern und Jugendlichen ist multidisziplinär – und sie beginnt mit einem guten Diagnosegespräch, in dem das Kind und die Familie verstehen, was FNS ist und dass Besserung möglich ist. Die zentralen Bausteine, für die es Evidenz gibt:2,5,8

  • Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie – die am besten untersuchte Einzelmaßnahme.
  • Spezialisierte Physiotherapie bei Bewegungssymptomen – psychologisch informiert, mit Fokus auf Umlenken der Aufmerksamkeit weg vom Symptom.9
  • Familienarbeit und Elterncoaching: Eltern lernen, wie sie ihr Kind unterstützen, ohne die Symptome unbeabsichtigt zu verstärken – etwa indem die Aufmerksamkeit im Alltag weg vom Symptom und hin zur Funktion gelenkt wird.5
  • Schulwiedereingliederung: Die Rückkehr in die Schule wird aktiv geplant, Lehrkräfte werden einbezogen – Schule ist bei jungen Menschen Teil der Therapie, nicht ihr Gegenteil.5
  • Medikamente spielen für die FNS selbst keine Rolle; sie kommen allenfalls für Begleiterkrankungen (z. B. Depression, Angststörung) in Betracht.2

International gilt das „Mind-Body-Programm" des Kinderkrankenhauses Westmead in Sydney als Vorbild: ein strukturiertes Programm aus Diagnosestellung, biopsychosozialem Assessment, Familiengespräch, gemeinsamer Erklärung, individuellem Behandlungsplan und Resilienzaufbau.8 Ein vergleichbares spezialisiertes Kinder-FNS-Programm gibt es in Deutschland bislang nicht – aber es gibt Einrichtungen mit ausgewiesener Erfahrung (siehe Liste unten).

Die gute Nachricht: die Prognose

Bei kaum einem Aspekt unterscheiden sich Kinder so deutlich von Erwachsenen wie bei den Aussichten – und zwar zu ihren Gunsten. Übersichtsarbeiten berichten, dass sich mit früher Diagnose und angemessener multidisziplinärer Behandlung 63 bis 95 Prozent der betroffenen Kinder vollständig erholen können.8,5 In einer britisch-irischen Verlaufsstudie hatten sich nach zwölf Monaten – je nach Symptom – 75 bis 100 Prozent gebessert; bei funktionellen Lähmungen waren es sogar alle.3 Und bei Jugendlichen mit dissoziativen Anfällen wurden unter angemessener Psychotherapie 59 Prozent ganz und weitere 21 Prozent fast anfallsfrei.4

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenstimme: Die neuere schottische Studie fand bei unausgelesenen Fällen nach etwa 15 Monaten nur bei knapp der Hälfte eine Besserung oder Remission.1 Die gute Prognose ist also kein Automatismus – sie hängt erkennbar daran, dass die Diagnose früh gestellt, gut erklärt und die Behandlung konsequent umgesetzt wird. Genau dafür lohnt es sich als Eltern zu kämpfen.

Anlaufstellen in Deutschland

Der erste Weg führt immer über die Kinderärztin bzw. den Kinderarzt und von dort in die Neuropädiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychosomatik. Darüber hinaus gibt es Einrichtungen, die funktionelle bzw. dissoziative Störungen bei Kindern und Jugendlichen ausdrücklich als Behandlungsschwerpunkt nennen. Die folgende Liste beruht auf den Selbstauskünften der Einrichtungen auf deren Websites (Stand: Juli 2026); sie ist keine Bewertung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Murnau am Staffelsee (Bayern)

Klinik Hochried – Sektion Psychosomatische Epileptologie

Akutklinik für Kinder und Jugendliche; behandelt ausdrücklich nicht-epileptische, dissoziative Anfälle – psychotherapeutisch statt medikamentös, mit multiprofessionellem Team (Psychologie, Physio-, Ergo-, Sprachtherapie) und Klinikschule.

klinikhochried.de ↗
Stuttgart (Baden-Württemberg)

Klinikum Stuttgart – Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Psychosomatische Versorgung mit ausdrücklicher Nennung dissoziativer Störungen und Konversionssymptome; ambulant, tagesklinisch und stationär, mit Konsiliardienst im Olgahospital.

klinikum-stuttgart.de ↗
Hamburg

Altonaer Kinderkrankenhaus – Kinder- und Jugendpsychosomatik

Nennt dissoziative Bewegungsstörungen und somatoforme Störungen ausdrücklich als behandelte Krankheitsbilder; stationär und tagesklinisch.

kinderkrankenhaus.net ↗
Würzburg (Bayern)

Universitätsklinikum Würzburg – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Führt dissoziative Störungen als klinischen Schwerpunkt – einschließlich schwerer Funktionseinschränkungen wie Seh-, Hör- und Sensibilitätsstörungen, Lähmungen und Krampfereignissen.

ukw.de ↗
Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)

Krankenhaus Mara / Epilepsie-Zentrum Bethel – Abteilung Kidron (Kinder- und Jugendepileptologie)

Spezialisierte Abklärung „epileptisch oder nicht-epileptisch?" für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre – besonders wichtig bei unklaren Anfällen und möglichen Doppeldiagnosen; mit eigener Patientenbroschüre zu dissoziativen Anfällen.

mara.de ↗
Vogtareuth (Bayern)

Schön Klinik Vogtareuth – Fachzentrum Neuropädiatrie

Bietet ausführliche neuropsychologische und psychologische Diagnostik bei Verdacht auf dissoziative/funktionelle Störungen im Kindes- und Jugendalter.

schoen-klinik.de ↗
Schwentinental-Raisdorf (Schleswig-Holstein)

DRK Norddeutsches Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche

Spezialisiert auf die diagnostische Unterscheidung zwischen epileptischen und nicht-epileptischen Ereignissen bei Kindern und Jugendlichen.

drk-epilepsiezentrum.de ↗
Radeberg bei Dresden (Sachsen)

Epilepsiezentrum Kleinwachau – Psychosomatische Epileptologie

Behandelt ausdrücklich auch Patient:innen, die ausschließlich dissoziative Anfälle haben. Ob die psychosomatische Station Minderjährige aufnimmt, bitte vorab telefonisch erfragen – die Kinder- und Jugendepileptologie ist dort eine eigene Abteilung.

kleinwachau.de ↗
Zur Quellenlage:

Grundlage sind Kohortenstudien, Konsensusempfehlungen der Internationalen Liga gegen Epilepsie sowie deutschsprachige Fachliteratur und Leitlinien.

Transparenzhinweis: Ein erheblicher Teil der Forschung zu FNS im Kindes- und Jugendalter stammt von der Arbeitsgruppe um Kasia Kozlowska – fünf der hier zitierten Quellen gehen auf sie zurück. Das liegt daran, dass zu diesem Thema insgesamt wenig geforscht wird, heißt aber auch: Es handelt sich nicht durchweg um unabhängig gewonnene Bestätigungen. Die Fallzahlen in pädiatrischen Studien sind zudem klein.

Zur Autorin

Annette Gabriele Unverzagt

Journalistin mit 31 Jahren Berufserfahrung, ausgebildete Wissenschaftsjournalistin. Sie ist selbst von einer Funktionellen Neurologischen Störung betroffen und hat das Netzwerk FNS gegründet, weil verlässliche Informationen zu FNS im deutschsprachigen Raum schwer zu finden sind. Für diese Website recherchiert sie Fachliteratur, ordnet sie ein und legt offen, wo die Datenlage begrenzt ist.

Profil auf LinkedIn ↗

Sie kennen eine weitere Einrichtung mit ausgewiesener FNS-Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen? Schreiben Sie uns an kontakt@netzwerk-fns.de – wir prüfen und ergänzen die Liste.

Eine Lücke, die wir benennen: Leitlinien fehlen

So klar die Forschungslage in vielen Punkten ist – eine eigene deutsche Behandlungsleitlinie für FNS bzw. dissoziative Störungen im Kindes- und Jugendalter gibt es derzeit nicht.10 Die aktuelle S2k-Leitlinie zu funktionellen Bewegungsstörungen richtet sich primär an die Erwachsenenmedizin,11 und internationale Konsensempfehlungen für dissoziative Anfälle bei Kindern liegen bislang nur im Entwurf vor.7 Für Familien heißt das leider auch: Die Versorgungsqualität hängt stark davon ab, an wen man gerät. Umso wichtiger sind informierte Eltern – und genau dafür ist dieser Beitrag da.

Auf einen Blick

  • FNS bei Kindern und Jugendlichen ist häufiger als lange gedacht (bis zu ~18 Neuerkrankungen pro 100.000 pro Jahr) – typischer Beginn um das 13. Lebensjahr, Mädchen deutlich häufiger betroffen.
  • Auslöser sind meist kumulative Alltagsbelastungen (Schule, Freundschaften, Familie, Infekte, Verletzungen). Ein Trauma ist keine Voraussetzung – bei etwa der Hälfte der Kinder findet sich aber eines. Das Kind trägt nie Schuld.
  • Die Diagnose ist eine Positivdiagnose anhand typischer Zeichen; bei Anfällen hilft das Video-EEG. FNS und Epilepsie können gleichzeitig bestehen.
  • Behandelt wird im Team: Psychotherapie, spezialisierte Physiotherapie, Familienarbeit, Schulwiedereingliederung – keine Medikamente gegen die FNS selbst.
  • Die Prognose ist gut: Mit früher Diagnose und konsequenter Behandlung erholen sich die meisten Kinder vollständig – aber nicht von allein.

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Quellen

  1. Yong K, Chin RFM, Shetty J, et al.: Functional neurological disorder in children and young people: Incidence, clinical features, and prognosis. Developmental Medicine & Child Neurology 2023. doi:10.1111/dmcn.15538
  2. Al-Beltagi M, et al.: Functional neurological disorder in children and adolescents (Review). World Journal of Clinical Pediatrics 2025. doi:10.5409/wjcp.v14.i3.105290
  3. Ani C, Reading R, Lynn R, Forlee S, Garralda E: Incidence and 12-month outcome of non-transient childhood conversion disorder in the UK and Ireland. British Journal of Psychiatry 2013;202:413–418. doi:10.1192/bjp.bp.112.116707
  4. Opp J, Job V: Dissoziative Anfälle frühzeitig erkennen. Monatsschrift Kinderheilkunde 2022. doi:10.1007/s00112-021-01355-x
  5. Kozlowska K, et al.: Illness-Promoting Psychological Processes in Children and Adolescents with Functional Neurological Disorder. Children 2023;10(11):1724. doi:10.3390/children10111724
  6. Kozlowska K, et al.: COVID-19 Vaccination in Young People with Functional Neurological Disorder: A Case–Control Study. Vaccines 2022;10(12):2031. doi:10.3390/vaccines10122031
  7. Reilly C, Jette N, Johnson EC et al. (2023): Scoping review and expert-based consensus recommendations for assessment and management of psychogenic non-epileptic (functional) seizures (PNES) in children – A report from the Pediatric Psychiatric Issues Task Force of the International League Against Epilepsy. Epilepsia 64:3160–3195. doi:10.1111/epi.17768. Umfassende Übersicht mit 23 konsensbasierten Empfehlungen, gestützt auf 77 ausgewertete Studien und einen Delphi-Prozess. doi.org ↗
  8. Kozlowska K, et al.: Evidence-Based Mind-Body Interventions for Children and Adolescents with Functional Neurological Disorder. Harvard Review of Psychiatry 2023;31(2):60–82. doi:10.1097/HRP.0000000000000358 (Zusammenfassung)
  9. Kozlowska K, et al.: Psychologically informed physiotherapy as part of a multidisciplinary rehabilitation program for children and adolescents with functional neurological disorder. Journal of Paediatrics and Child Health 2021;57(1):73–79. doi:10.1111/jpc.15122
  10. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP): Leitlinienübersicht. dgkjp.de ↗
  11. Weißbach A et al. (2026): Funktionelle Bewegungsstörungen. S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 030/148, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Vollständig überarbeitete Fassung vom 2. Februar 2026, gültig bis 1. Februar 2031; unter Beteiligung von zehn weiteren Fachgesellschaften. Volltext (PDF) ↗
  12. Müffelmann B, et al.: Positionspapier der AG Diakonischer Epilepsiezentren zur Versorgung von Menschen mit psychogenen nicht-epileptischen Anfällen. Clinical Epileptology 2024. doi:10.1007/s10309-024-00660-1
  13. Ludwig L, Pasman JA, Nicholson T et al. (2018): Stressful life events and maltreatment in conversion (functional neurological) disorder – systematic review and meta-analysis of case-control studies. The Lancet Psychiatry 5(4):307–320. doi:10.1016/S2215-0366(18)30051-8. doi.org ↗

Stand: Juli 2026. Die Einrichtungsangaben beruhen auf den verlinkten Selbstdarstellungen der Kliniken und wurden zuletzt im Juli 2026 geprüft. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

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