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Was die aktuelle Forschung zeigt: FNS wird messbar

Ein Blick auf die neuesten internationalen Studien (2024–2026). Sie zeichnen ein klares Bild: FNS ist eine reale, neurobiologisch fassbare und behandelbare Erkrankung – kein „nichts gefunden, also eingebildet“.

Objektive Diagnostik rückt näher. Eine Arbeitsgruppe um Marialuisa Gandolfi und Michele Tinazzi (2026, Journal of Neurology) kombinierte Bewegungs-, neurophysiologische und Bildgebungsdaten in einem Modell mit erklärbarer künstlicher Intelligenz. Das Verfahren unterschied funktionelle Bewegungsstörungen von gesunden Kontrollpersonen mit einer Genauigkeit von 85 % (Sensitivität 84 %, Spezifität 86 %). Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um ein Forschungsmodell, das bislang gegen Gesunde getestet wurde – noch nicht um einen Routinetest und noch keine Abgrenzung gegenüber anderen Bewegungsstörungen. Trotzdem ist es ein Schritt Richtung objektiver, positiver Diagnostik. Zur Studie ↗

FNS ist eine Störung von Hirnnetzwerken. Giuseppe Marano und Marianna Mazza (2026, Neurology International) fassen den Forschungsstand zusammen: FNS entsteht durch ein gestörtes Zusammenspiel verteilter Hirnnetzwerke – etwa des Salienz-, des limbischen und des motorischen Netzwerks. Erklärungsmodelle sind ein fehlgeleitetes „predictive coding“ (innere Erwartungen überschreiben die tatsächliche Wahrnehmung) und ein verändertes Gefühl der eigenen Handlungssteuerung. Die Autoren betonen zugleich ehrlich, dass die bekannten Biomarker für eine Einzeldiagnose im Alltag noch nicht ausreichend validiert sind – sie zeigen sich bislang auf Gruppenebene. Behandlung: multidisziplinär, aus Neurologie, Psychiatrie/Psychosomatik und Physiotherapie. Zur Übersicht ↗

Rehabilitation wirkt – und es gibt biologische Marker. Victor W. Mark (2024, Journal of Personalized Medicine) wertete 35 Studien mit über 1.500 Betroffenen aus. Ergebnis: gezielte Neurorehabilitation zeigt gute Erfolge. Zugleich fasst er zahlreiche biologische Auffälligkeiten zusammen, die bei FNS beschrieben wurden – von Veränderungen in der Bildgebung über Entzündungsmarker und den Nervenwachstumsfaktor BDNF bis zu Veränderungen des vegetativen Nervensystems. Sein Fazit räumt mit dem Vorurteil auf, FNS habe „keine biologische Grundlage“. Zur Übersicht ↗

Und der Blick aufs große Ganze (aktuelle Meta-Analysen & Übersichten, 2025). Vier aktuelle Arbeiten bündeln die Evidenz: eine Meta-Analyse untersucht, wie die Symptomdauer den Behandlungserfolg beeinflusst – ein Hinweis darauf, wie wichtig eine frühe Diagnose ist (Link ↗). Eine weitere Meta-Analyse im Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences fasst die Wirksamkeit von Rehabilitationstherapien zusammen (Link ↗). Dazu zwei praxisnahe Übersichten für Behandelnde: „Advances in Functional Neurological Disorder“ (Link ↗) und „Functional Neurological Disorder: Practical Management“ (Link ↗).

Zusammengenommen zeigen diese Arbeiten dasselbe: FNS ist erkennbar, erklärbar und behandelbar – und die Forschung dazu wird von Jahr zu Jahr fundierter.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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